Landschaft und Natur – Terueler Maestrazgo

TERUELER MAESTRAZGO

 Mirambel liegt auf knapp tausend Meter Höhe im Terueler Mastrazgo und darf sich wegen seiner perfekt erhaltenen mittelelalterlichen Architektur zu der Gruppe der schönsten Dörfer Spaniens zählen. Viele herrschaftliche Häuser schmücken das Städtchen, eine intakte Stadtmauer mit fünf Toren umschließt den gesamten Ortskern.

Spektakulär auf einer gigantischen Felsplatte liegt in knapp 1.300 Meter Cantavieja. Eine riesige Priesterkirche (die zweitgrößte in der Diözese Teruel) beherrscht die arkadengesämte Plaza Mayor. Gotische Fenster schmücken das Rathaus aus dem 13. Jahrhundert auf der gegenüberliegenden Seite. Vom Mirador hinter der Plaza Mayor hat man einen fantastischen Ausblick Richtung Süden. Die Gebigszüge Richtung Nordwesten erreichen eine Höhe von bis zu 1.776.

Bergwandern und Steilwandklettern sind die adäquaten Sportarten.

Noch tiefer geht es hinter Cantavieja auf der kurvenreichen A 1702 in den zerklüfteten Terueler Maestrazgo hinein. Villarluengo liegt auf über tausend Meter Höhe auf einem Felsvorsprung hoch über dem Río Cañada. Eine alles überragende Kirche im neoklassizistischen Stil und ein Rathaus aus dem 16. und 17. Jahrhundert sind die architektonischen Highlights von Villarluengo.

                          Villarluengo

Pitarque, ein kleines Dorf in der Nähe, liegt versteckt in einem Seitental des gleichnamigen Flusses. Schon die Fahrt dorthin durch hochaufragende Felswände ist ein Erlebnis. Das Dorf selbst, idyllisch in einem Talkessel gelegen, hat einen Lebensmittelladen, eine Fonda mit Übernachtungsmöglichkeiten und ist Ausgangspunkt für eine zweistündige Wanderung durch das enge Felsental zur Quelle des Río Pitarque.

Río Pitarque
Ermita in der Pitarque-Schlucht

Die Órganos de Montoro, eine Ansammlung spitzer Felsnadeln, liegt ebenfalls nicht weit entfernt. Den schönsten Blick auf dieses Naturphänomen hat man im Tal des Río Guadalupe, einige Kilometer weiter in Richtung Ejulve.

Órganos de Montoro

Die Òrganos de Montoro sind ebenfalls ein ausgewiesenes Klettergebiet:

Weitere Informationen über www.aragonenvertical.blogspot.de

Bietet der Stausee von Santolea nur wenig touristische Möglichkeiten, so ist Castellote durchaus einen Besuch wert. Inmitten eines kahlen zerklüfteten Felsentheaters gelegen, scheint die mittelalterliche Stadtarchitektur aus rötlichem Stein besonders an trüben Tagen ganz mit der Landschaft zu verschmelzen.

Molinos: Da ist zunächst einmal die ringsum von Arkaden gesäumte Plaza Mayor und eine sehenswerte Kirche im Stil der Levantiner Gotik. Zahlreiche herrschaftliche Häuser ergänzen das Ensemble, das den Titel einer künstlerisch historischen Ensembles trägt und zum Nationalen Monument erklärt wurde.

Kirche Nuestra Sra. de las Nieves in Molinos

Darüberhinaus hat Molinos zwei weitere Besonderheiten zu bieten: Hier in der Nähe wurde ein menschlicher Kieferknochen gefunden, dessen Alter Antropologen auf 25.000 Jahre geschätzt haben und der damit auf die älteste Besiedlung des Landes Aragón verweist.

Absolut sehenswert ist die Cueva de Cristal, eine Tropfsteinhöhle, deren Stalagtiten ein besonderes Naturphänomen darstellen: Sie wachsen entgegen den Gesetzen der Schwerkraft in alle Richtungen.

Las Cuevas de Cañard, liegt am Südhang der Sierra de Garrocha in harmonischer Umgebung in einem weiten Felsental. Das Dorf hat einen historischen Ortskern und eine spektakuläre Klosterruine und ist in jedem Fall einen Besuch wert. Darüber hinaus ist seine Umgebung hervorragend für Kletteraktivitäten geeigenet und verfügt seit kurzem über eine Via Ferrata, einen mit Eisenbügel versehenen Kletterpfad.

Drei Videos sind über Youtube abrufbar:

https://www.youtube.com/watch?v=8mDm2Z9qxO

https://deandar.com/ferratas/via-ferrata-cuevas-canart

https://www.youtube.com/watch?v=rhzRtPjf7ts

Cañada de Benatanduz

Erreichen die Bergkuppen um Cantavieja maximale Höhen zwischen 1.700 bis 1.800 Metern, so sind die Gebirgszüge der benachbarten Sierra del Rayo und der Sierra Gúdar im Südwesten noch um einiges höher: 1.909 bzw. 2.004 Meter.

Die Landschaft um La Iglesuela del Cid, Vilafranca, Mosqueruela und Puertomingalvo liegt dann um einige hundert Meter tiefer und bietet beides: Kahle felsige Landschaften, wie sie für den Terueler Maestrazgo typisch sind und dicht bewaldete Zonen, wie man sie eher im Norden (Ports de Beceit) und in Küstennähe findet.

La Iglesuela del Cid ist eine der attraktivsten Kleinstädte des Terueler Maestrazgo. Im Mittelalter war sie ein wichtiges Zentrum des Wollhandels. Aus dieser Zeit – Spiegel des einstigen Reichtums – gibt es zahlreiche herrschaftliche Häuser im Aragoneser Stil mit reich verzierten Dachbalken. Herausragend in ihrer architektonischen Geschlossenheit sind die Casa de los Nublos und die Casa Consistorial. Das schönste Gebäude ist jedoch der Palast des Templerordens aus dem 13. Jahrhundert. Das Ensemle insgesamt wurde zum Monumento Nacional erklärt.

Bei Puertomingalvo

`Masia fortificada´

Auch die Umgebung sollte man erkunden: Ein Netz von Trockenmauern aus rötlichem Gestein überzieht das Land ringsum.

Puertomingalvo ist mit 1.456 m eines der höchstgelegenen Dörfer des Terueler Maestrazgo und war schon zu Zeiten der Iberer besiedelt. Es gibt Funde aus der Römerzeit und Teile der ehemaligen Burg haben arabische Bauelemente. Der wehrhafte Eindruck fällt noch heute auf und die Burganlage gehört zu den besterhaltenen des Maestrazgo und so trägt Puertomingalvo als Ganzes das Prädikat Monumento Histórico Artístico.

Von Puertomingalvo führt eine Forstpiste in östlicher Richtung, eine direkte Verbindung zum Naturpark Penyagolosa mit seinem gleichnamigen Bergmassiv.