Radfahren

Radfahren im Maestrazgo und in Süd-Katalonien

Als Einstieg sind auch hier wieder, wie beim Wandern und bei den Autotouren, einige Routenvorschläge aus dem Reiseführer COSTA AZAHAR UND MAESTRZGO von Jürgen Enders entnommen. Meine Idee war damals bei Drucklegung, jeweils mit dem Auto anzureisen und bestimmte Regionen mit dem Mountainbike zu erkunden. So sind alle Routen relativ kurz, es sollte Zeit sein für Besichtigungen und Landschaftsgenuss. Schotterpisten, landwirtschaftliche Verbindungswege und kaum befahrene Landsstraßen sind auf diesen Touren die Regel. Selbstverständlich sind im Oberen- und Terueler Maestrazgo teils erhebliche Steigungen zu bewältigen.

 

Tour 11 ist sozusagen das Kontrastprogramm zu den drei anderen Routen: 20 km unverbaute Küste, das findet man nur noch selten an der Costa del Azahar. Allerdings: Uns erwartet hier eine Schotterpiste mit einigen Steigungen. Das Fahrrad sollte also ein Mountainbike sein.

 

Auf WIKILOC, der Webseite für weltweite GPS-Trails und Wegpunkte finden sich weitere Radtouren, sowohl für Trekking– und Rennräder als auch für Moutainbikes: Lokale Touren im Maestrazgo findet man nach Eingabe der jeweiligen Ortsnamen.

https://www.wikiloc.com/trails/cycling/spain/valencian-community?t=&d=&lfr=&lto=&uom=mi&a=cycling&q=Maestrazgo

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Weitere interessante Gebiete für Radtouren findet man auch in SÜD-KATALONIEN im nördlichen Teil des PORTS-GEBIRGES (PORTS DE BESEIT-TORTOSA), im EBROTAL und im EBRO-DELTA. Im Ports-Gebirge ist vor allem ein Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse erwähnenswert: Eine sogenannte VIA VERDE, die von Tortosa im Süden bis Alcañíz in der Provinz Teruel Richtung Nordwesten verläuft und deren Gesamtstrecke rund 100 km beträgt. Die erste Etappe , die Via Verde Baix Ebre führt von Tortosa nach Pinell de Brai. Sie geht von dort aus nahtlos in die zweite Etappe über, in die Via Verde Terra Alta, führt nach Horta de Sant Joan (Gesamtstrecke ca. 52 km) und endet einige Kilometer weiter beim Dorf Ares de Lledó. Hier beginnt die dritte Etappe, die Via Verde de la Val de Zafán, die noch weiter ins Hinterland führt, in die Provinz Teruel und in Alcañíz endet.

Eine detaillierte Beschreibung in deutscher Sprache mit vielen Fotos bietet der folgende Link:

http://www.bahntrassenradwege.de/index.php?page=via-verde-del-baix-ebre

Hier eine GPS- Karte des Routenverlaufs: https://www.wikiloc.com/mountain-biking-trails/ruta-verde-alcaniz-tortosa-1770684

Horta de Sant Joan lohnt einen Zwischenstop, hier kann man auch übernachten. Die exponierte Lage des Dorfes auf einem Hügel, sein mittelalterlicher Ortskern und ein kleines Picasso-Museum laden zu einem entspannten Kurzaufenhalt ein. Das Museum zeigt einige Gemälde, vor allem jedoch Lithografien des großen Meisters. Etwa einen Monat hat er hier im Sommer 1909 verbracht und dabei u.a. zwei Bilder gemalt: `Das Reservoir´ (Das Dorf Horta) und `Die Ziegelfabrik in Tortosa´. Beide Gemälde haben entscheidend die spätere Entwicklung des Kubismus beeinflusst.

http://www.catalunya.com/centre-picasso-dhorta-de-sant-joan-17-16001-13643?language=de

© 2018 Estate of Pablo Picasso / Artists Rights Society (ARS), New York

Horta de Sant Joan, wie auch die benachbarten Dörfer Arnés, Beseit und Vallderrobres sind Ausgangspunkte für zahlreiche spektakuläre Wanderrouten im Norden des Ports-Gebirges (Ports de Beseit-Tortosa).     (siehe WANDERN)

Roques de Benet

 

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Eine RADWEG-VERBINDUNG in das EBRO-DELTA

Etwa 30 km sind es von Tortosa ins Zentrum des Deltas, z.B. nach Deltebre. Da liegt der Gedanke nahe, per Fahrrad die beiden Geo-Zonen Gebirge und Meer miteinander zu verbinden. Die Steigungen sind durchweg moderat und obwohl Horta de Sant Joan auf 542 Höhenmetern liegt, ist der Anstieg, dank der Bahntrasse, leicht zu bewältigen. Andererseits ist das Delta mit Steigungen, die gegen Null tendieren, ohnehin ein Paradies für entspanntes Radeln. Ein dichtes Netz von kaum befahrenen Landstraßen und Wirtschaftswegen steht hier zur Verfügung. Eine Radreise ins gebirgige Hinterland hier im Delta zu beginnen, bietet sich also an.

Fischreuse

Delta-Landschaft

Reisfelder im Delta

Doch zunächst das DELTA selbst:

  • Was die Übernachtungsmöglichkeiten betrifft, so mangelt es daran sicher nicht. Poble Nou del Delta jedoch, ein weißes Dorf,  ein Siedlungsprojekt aus der Franco-Zeit der 50-er Jahre, ragt heraus und ist besonders wegen seiner speziellen Atmosphäre, den guten Restaurants und den günstigen Zimmerpreisen zu empfehlen.
  • Zentrum des Ebrodeltas ist Deltebre mit etwa 11.500 Einwohnern. Hier befindet sich auch das zentrale Informationszentrum, das Ecomuseo del Parque Natural del Delta del Ebro mit Informationen zu Fauna und Flora des Deltas.

http://www.catalunya.com/ecomuseu-del-parc-natural-del-delta-de-lebre-17-16001-194?language=de

  • Unter den zahlreichen Fahrradverleihen in Deltebre ragen drei heraus:

http://www.deltaturistic.com/lloguers/lloguer-de-bicicletes/

https://www.deltacleta.cat/ca/

http://naturayaventura.com/es/alquiler/alquiler-de-bicicletas

  • Campingplätze gab es einst im Delta. Außer einem in Ampolla am äußersten nördlichen Rand des Deltas sind inzwischen leider alle geschlossen. Dafür gibt es zwei Wohnmobil-Stellplätze: Der eine liegt nahe Poble Nou neben der Casa de Fusta, einem weiteren  Informationszentrum, der andere nennt sich noch Campingplatz, ist aber ebenfalls ein Stellplatz für WoMo´s und Teil eines Bungalowparks am Strand Playa del Eucaliptus.

Lohnende Ziele:

Ein Überblick: Die Bassa de l`Encanyissada und die Bassa de la Tancada nahe Poble Nou. Das Ebro-Mündungsgebiet mit Illa de Buda und Bassa del Garxal. Nordwestlich schließt sich die Bassa del Canal Vell an und der Port del Fangar mit seinen Muschelbänken. All diese Binnengewässer sind Aufenthalts-gebiete und Brutstätten der Vogelwelt. Riumar ist eine Ferienhaussiedlung, an die sich Richtung Norden eine weitläufige Dünenlandschaft und ausgedehnte Strände anschließen. Viele Kilometer lange Sandstrände gibt es auch im Süden und eine sandige Landbrücke zu einenm Salinen-Areal. (Nicht wirklich fahrradtauglich). Fahrradtauglich sind dagegen die Wege entlang der beiden Hauptbewässerungskanäle rechts und links des Ebro. Eine Brücke verbindet Sant Jaume mit Deltebre.

Noch ein Hinweis: Das Delta wird auf 2/3 seiner Fläche zum Reisanbau, also kommerziell genutzt. Etwa 1/3 seiner Fläche ist Naturschutzgebiet. Am schönsten ist das Delta Ende Mai / Anfang Juni. Dann leuchtet die gesamte Halbinsel in einem frischen Grün.

Die Delta-Karte ist eine Arbeit von © Frank Il-lustració & Disseny, Deltebre

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DIE DELTA-PORTS DE BESEIT-RADROUTE:

Wo immer man sich im Delta aufhält, sollte man Sant Jaume für die Fahrradtour nach Tortosa und weiter ins Ports-Gebirge als Ausgangspunkt wählen. Von Sant Jaume aus führt die wenig befahrene Landstraße TV-3408 / TV-3405 direkt ins Zentrum von Amposta. Hier wechselt man über die  Hängebrücke auf die andere Flussseite und fährt in einem Bogen über die N-340a wieder hinunter zum Ebro. Diese Route entspricht dem Ebro-Wanderweg GR 99, der als solcher ab Amposta markiert ist und führt – mal mehr, mal weniger dicht – am Ebro entlang nach Tortosa. Hier, am nördlichen Ende des Parc de Teodor Gonzales beginnt nun die Via Verde Baix Ebre und zwar auf der ehemaligen (rotgestrichenen) Eisnbahnbrücke. An Roquetes vorbei geht es nun – wie weiter oben beschrieben – am gegenüberliegenden Flussufer auf den VIA VERDES Baix Ebre/ Terra Alta/ Val deZafán-Route direkt ins gebirgige Hinterland.

Auf Wikiloc wird eine 2-Varianten-Mountaimbike-Route von Tortosa bis Riumar an der Ebromündung beschrieben, die u. U. hilfreich sein kann.

https://ca.wikiloc.com/rutes-btt/tortosa-delta-del-ebro-tortosa-por-gr99-12688674

Ebro-Mündung